• Björn Barz


    Liebe Nutzerinnen und Nutzer des Sprachberatungsangebots "grammatikfragen.de",

    nach ca. 9 Jahren der Beratungstätigkeit wird das Angebot nun – zumindest vorübergehend – eingestellt. Aufgrund der hohen Arbeitsbelastung ist es uns aktuell leider nicht möglich, die Beantwortung der Fragen weiterhin in der gewohnten Qualität sicherzustellen.
    Die Webseite mit den Fragen und Antworten bleibt aber erhalten, sodass Sie nachsehen können, ob Ihre Frage von uns bereits einmal beantwortet wurde. Sie haben aber nicht mehr die Möglichkeit, neue Fragen zu stellen oder vorhandene Antworten zu kommentieren.

    Mein Team und ich bedankt/bedanken sich/uns bei Ihnen für die interessanten Fragen, die uns spannende Einblicke in die Irrungen und Wirrungen des Sprachgebrauchs geliefert haben. Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Freude beim Nachdenken über die Möglichkeiten und Grenzen der deutschen Sprache!

    Ihre Mathilde Hennig

    Diese Datenschutzerklärung klärt Sie über die Art, den Umfang und Zweck der Verarbeitung von personenbezogenen Daten (nachfolgend ...

    Vielen Dank für den Besuch unseres Internetauftritts. Im Rahmen eines Projekts an der Justus-Liebig-Universität Gießen haben wir hier ein Forum für Sie bereitgestellt, in dem Sie Ihre grammatischen Fragen direkt an ein Expertenteam richten können. Dieses Team unter der Leitung von Prof. Dr. Mathilde Hennig wird sich dann schnellstmöglich um die qualifizierte Beantwortung Ihrer Fragen bemühen – und das völlig kostenlos!

    Allerdings bitten wir zu beachten, dass wir nur grammatische Fragen bearbeiten können, jedoch keine Fragen zu Rechtschreibung, Stil usw. Hierzu müssen wir Sie auf andere Sprachberatungsstellen verweisen (wie bspw. die Sprachberatung der Dudenredaktion).
    Damit Sie sich eine Vorstellung davon machen können, was wir mit grammatische Fragen meinen, hier einige Beispiele für grammatische Fragen:
    • Heißt es im Herbst dieses Jahres oder im Herbst diesen Jahres?  ⇒
    • Heißt es am Freitag, dem 13. Juli oder am Freitag, den 13. Juli?  ⇒
    • Heißt es im schönen grünem Grase oder im schönen grünen Grase?  ⇒
    • Wie lautet das Partizip von winken: gewinkt oder gewunken?  ⇒
    • Heißt es Zeit und Geld spielt keine Rolle oder Zeit und Geld spielen keine Rolle?  ⇒

    Falls Sie im beruflichen oder privaten Umfeld auf einen solchen grammatischen Zweifelsfall gestoßen sind und nicht weiter wissen – schreiben Sie uns! Teilen Sie uns doch bitte auch mit, in welchem Zusammenhang der Zweifelsfall aufgetreten ist (z. B. beim Verfassen eines Geschäftsbriefs, beim Zeitungslesen, beim Korrigieren von Schülertexten usw.), damit wir unsere Antwort bestmöglich auf Ihre Situation abstimmen können. Wir sind gespannt auf Ihre Fragen.

    Damit wir unser Angebot noch verbessern können, würden wir uns über eine Rückmeldung von Ihnen sehr freuen. Wir möchten Sie deshalb bitten, die auf der Seite bereitgestellten Tools zur Bewertung unseres Angebots zu nutzen.
    von Veröffentlicht: 25.05.2011 16:21     Seitenaufrufe: 2055 


    A

    abhängiger Hauptsatz



    Ablaut
    ...

    Prof. Dr. Mathilde Hennig
    Justus-Liebig-Universität Gießen
    Fachbereich Sprache, Literatur, Kultur
    ...
    von Veröffentlicht: 14.01.2011 12:04     Seitenaufrufe: 11670 

    Hier finden Sie eine Liste grammatischer Nachschlagewerke, die wir bei der Beantwortung Ihrer Fragen regelmäßig zu Rate ...

    Grammatikfragen stellen sich häufig dann ein, wenn mehrere Varianten eines Phänomens existieren und man sich deshalb fragt, welche der Varianten die richtige ist. Beispielsweise gibt es für die Bildung des Partizips II des Verbs winken zwei Varianten: gewinkt und gewunken.
    Die Existenz von mehreren Varianten kann verschiedene Ursachen haben. Wir wollen versuchen, dies bei der Beantwortung Ihrer Fragen zu berücksichtigen. Deshalb „sortieren“ wir unsere Erklärungen in die folgenden vier Bereiche: Sprachsystem, Sprachgeschichte, Sprachgebrauch und Sprachvariation. Damit Sie diese Erklärungsmuster immer wieder erkennen können, haben wir den vier Bereichen Icons zugewiesen.

    Sprachsystem

    Das Zahnradsymbol soll in der Antwort darauf hinweisen, dass es für Ihr grammatisches Problem eine sprachsystematische Erklärung gibt. Oftmals ermöglicht das Sprachsystem des Deutschen die Bildung verschiedener Varianten, jedoch müssen nicht alle dieser möglichen Varianten auch im Sprachgebrauch verankert sein.

    Beispiel:
    Der Zweifelsfall „Heißt es gewinkt oder gewunken?“ basiert auf der Frage, ob das Partizip II von winken schwach bzw. regelmäßig (gewinkt) oder stark bzw. unregelmäßig gebildet wird (gewunken). Das Deutsche verfügt prinzipiell über beide Formen der Partizipienbildung, also die schwache Bildung mit ge – t und ohne Veränderung des Stammvokals sowie die starke Bildung mit ge – en und Veränderung des Stammvokals. Beim Verb winken sind grundsätzlich beide Formen möglich, wie auch der Blick auf ähnliche Verben zeigt: hinken – gehinkt, schminken – geschminkt (beide schwach), aber: sinken – gesunken, trinken – getrunken (beide stark). Die Präteritumsformen von winken werden jedoch schwach gebildet (ich winkte, nicht: ich wank).
     


    Sprachgeschichte

    Neben der Uhr finden Sie Erklärungen zum sprachgeschichtlichen Hintergrund Ihres Zweifelsfalls. Hier wird darauf eingegangen, ob der grammatische Zweifelsfall auf einem abgeschlossenen oder derzeit noch laufenden Sprachwandelprozess beruht.

    Beispiel:
    Bei winken liegt offenbar der seltene Fall vor, dass sich zur ursprünglich (im Althochdeutschen) schwachen Form des Partizips II allmählich eine starke Form hinzu entwickelt hat. Dieser Vorgang ist seit dem Mittelhochdeutschen belegt. Seitdem dominierte von Zeit zu Zeit die schwache, dann wieder die starke Variante, d.h. das Verb winken hat seine Flexionsklasse im Laufe der Sprachgeschichte mehrmals gewechselt. Es ist also schon immer ein „schwankungsanfälliges“ Verb gewesen, sodass wir uns nicht wundern müssen, dass auch heute Zweifel bezüglich der Klassenzugehörigkeit aufkommen können.
     


    Sprachgebrauch

    Das Männchen mit der Sprechblase leitet den Teil der Erklärung ein, der sich mit dem tatsächlichen Sprachgebrauch befasst, d.h. mit der Frage, welche der Varianten von heutigen Sprechern/Schreibern favorisiert wird. Gegebenenfalls wird an dieser Stelle auch darauf eingegangen, in welchen Kontexten die eine oder andere Variante bevorzugt verwendet wird.

    Beispiel:
    Anhand von Textsammlungen und Umfragen lässt sich feststellen, dass die starke Form gewunken heutzutage häufiger verwendet wird als die schwache (je nach Datenquelle 60-80% gewunken gegenüber 20-40% gewinkt).
     


    Sprachvariation

    Das Puzzlesymbol steht für sprachliche Variation. In diesem Teil der Erklärung wird gezeigt, ob die eine Variante in der Standardsprache bevorzugt wird und die andere womöglich einer anderen Varietät des Deutschen (z.B. Umgangssprache, Jugendsprache, Dialekt usw.) zugeordnet werden kann.

    Beispiel:
    Während im niederdeutschen Raum (= in etwa oberhalb von Köln, Kassel und Wittenberg) immer die Form gewinkt dominierte, war gewunken im mittel- und oberdeutschen Raum lange Zeit weit verbreitet. Dennoch stufte die Dudengrammatik gewunken bis vor kurzem noch als „mundartlich“ ein. Ob diese regionalen Unterschiede auch heute noch bestehen, ist fraglich, daher stehen die Varianten gewinkt/gewunken in den letzten beiden Auflagen der Dudengrammatik ohne Einschränkung als gleichberechtigt nebeneinander.
     
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