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Thema: Ist ... für seinen Bereich, in dem ... zulässig?

  1. #1

    Standard Ist ... für seinen Bereich, in dem ... zulässig?

    Wie ich auf die Frage gestoßen bin:
    Beruflich

    Mit folgendem Nachschlagewerk versuchte ich dieser Frage auf den Grund zu gehen:
    Duden Band 9

    Ist der folgende Satz korrekt (… seinen Bereich, in dem ...)?

    Im Content-Management-Markt trifft der Abteilungsleiter die Kaufentscheidung für seinen Bereich, in dem Workflow-Management eingeführt werden soll.


    Oder darf es nur … den Bereich, in dem … heißen?

    Wäre … seinen Bereich, in dem jetzt … eine Lösung?

  2. #2

    Standard Possessive Artikel

    Die Beantwortung Ihrer Frage ist Teil eines Forschungsprojekts zur Verständlichkeit von grammatischen Erklärungen. Wir bitten Sie deshalb darum, im Anschluss an die Lektüre der Antwort die Tools zur Bewertung (Fragebogen, Sternchenfunktion, Antwortoption) zu nutzen.

    Sprachsystem

    In Ihrer Frage thematisieren Sie die Verwendung von possessiven, besitzanzeigenden, Artikeln. Der Beispielsatz beginnt zunächst mit einem Hauptsatz, an den sich ein Nebensatz in Form eines Relativsatzes in dem Workflow-Management eingeführt werden soll anschließt. Dieser Relativsatz schreibt dem Bezugswort Bereich bzw. der Wortgruppe für seinen/den Bereich, auf die er sich bezieht, genauere Eigenschaften zu und wird daher auch als Attributsatz bezeichnet.

    Sie beschäftigen sich nun mit der Frage, ob Sie den definiten Artikel den oder den possessiven Artikel seinen vor das Nomen Bereich setzen sollen. Der definite Artikel der, die, das unterscheidet sich vorab seiner Wortherkunft entsprechend von dem indefiniten Artikel einer, eine, ein durch seine Bestimmtheit. Es wird vorausgesetzt, dass das Nomen dem Hörer bereits bekannt ist (wie bei der Wiederaufnahme der Prinzessin in Satz 1) oder dass es nur dieses eine Objekt/ diese eine Person gibt, auf die das Nomen referiert (Kennzeichnung).
    (1) Es war einmal eine Prinzessin, die lebte in einem schönen Schloss. Die Prinzessin führte ein schönes Leben.

    (2) Angela Merkel ist die Bundeskanzlerin von Deutschland.
    Da in Ihrem Beispiel der Relativsatz den Bereich schon sehr genau eingrenzt, wirkt der definite Artikel an dieser Stelle unterstützend.

    Wie zuvor angedeutet, beziehen sich Relativsätze immer auf Wortgruppen (hier: für seinen Bereich), die ihrerseits aus verschiedenen Bestandteilen (hier: Präposition für, Artikel den/seinen, Nomen Bereich) zusammengesetzt sind. Für den Relativsatz ist nicht der Kopf, mit dem eine Wortgruppe beginnt (hier: für -> Präposition -> Präpositionalgruppe), sondern der Kern der Wortgruppe wichtig (hier: Bereich). Auf die Wahl des Artikels derjenigen Wortgruppe, auf die er sich bezieht, hat der Relativsatz gemeinhin keine Einwirkung. Nur weil das Relativpronomen der, die, das im anschließenden Relativsatz gebraucht wird, muss der Artikel der vorangehenden Wortgruppe nicht gleichlauten. Die Bezugsgruppe hingegen wirkt sich auf den Relativsatz insofern aus, dass das Relativpronomen Numerus und Genus seiner Bezugsgruppe übernimmt (hier: Singular, maskulin).

    Nun zur Verwendung des possessiven Artikels:

    Possessive Artikel bieten sich an, um den personalen Bezug deutlich zu machen bzw. „den Besitz“ (gemeint ist „Besitz“ im weiteren Sinne und nicht bloß materieller) anzuzeigen. Sie geben dadurch zusätzliche Informationen und attribuieren dem nachfolgenden Nomen eine neue Eigenschaft. Dementsprechend werden sie im Kontrast zu (in-)definiten Artikeln auch als (possessive) Attribute bezeichnet.
    Ich sehe in die Unterlagen für mein Segelboot, auf dem ich letzten Sommer Urlaub gemacht habe.

    Ich sehe in die Unterlagen für das Segelboot, das mir gehört (Umformulierung in einen Attributsatz), (und) auf dem ich letzten Sommer Urlaub gemacht habe.
    Ob Sie nun seinen Bereich schreiben, ist demzufolge eine inhaltliche Frage und liegt in Ihrem Ermessen. Nutzen Sie den possessiven Artikel, so wird der Abteilungsbereich des Leiters im angrenzenden Relativsatz genauer spezifiziert, wohingegen die Verwendung des definiten Artikels auch einen spezifischen Bereich innerhalb der Abteilung, in dem Workflow-Management eingeführt werden soll, hervorheben könnte.
     


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  3. #3

    Standard Sprach-Management

    "Im Content-Management-Markt trifft der Abteilungsleiter die Kaufentscheidung für seinen Bereich, in dem Workflow-Management eingeführt werden soll."

    Als Content-Managerin* trifft die Abteilungsleiterin* die Kaufentscheidung für alle Bereiche, in denen das Workflow-Management eingeführt werden soll.

    (* Die Männer sind mit gemeint; die maskuline Form ist ja in der femininen Form bereits enthalten.)

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