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Ihr Zweifelsfall kommt dadurch zustande, dass die Präposition in eine sogenannte Wechselpräposition ist, d. h. sie kann von der folgenden Wortgruppe prinzipiell sowohl den Dativ (in der XY-Straße) als auch den Akkusativ (in die XY-Straße) fordern. Die meisten Präpositionen haben nur einen Kasus bei sich, so wie z. B. die Präposition gegen mit dem Akkusativ steht (Gegen wen kämpfte Heinrich II.? – Gegen den französischen König). Bei in kommt es dagegen auf den Kontext an, welcher Kasus (Fall) gefordert ist: Laut Dudengrammatik steht nach in der Akkusativ, wenn der beschriebene Vorgang eine gewisse Dynamik bzw. eine Bewegung in eine bestimmte Richtung erkennen lässt. Der Dativ steht dagegen bei statischen Zuständen bzw. wenn der Endzustand betont werden soll (vgl. Dudengrammatik, § 913).
In Ihrem Fall hängt die mit in eingeleitete Wortgruppe von dem Substantiv Anlieferung ab, das wiederum auf das Verb anliefern zurückgeht. Bei einer Anlieferung sind theoretisch beide Sichtweisen vorstellbar: Wird etwas angeliefert, so wird es von einem Ort zum anderen gebracht, d. h. der Vorgang ist dynamisch. Das spräche für die Variante mit dem Akkusativ (Anmeldung für die erfolgte Anlieferung der Ware in die XY-Straße). Andererseits kann mit Anlieferung auch der Endpunkt des Vorgangs gemeint sein, d. h. die Ware kommt an einem bestimmten Ort an und verbleibt dort. Wenn dieser erreichte Endzustand betont werden soll, kann auch der Dativ verwendet werden (Anmeldung für die erfolgte Anlieferung der Ware in der XY-Straße). Welche Variante Sie letztlich wählen, hängt also vor allem von Ihrer Aussageabsicht ab.
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